ZUGFeRD 2.5: Das gemeinsame deutsch-franzoesische Format
Am 9. April 2026 haben das deutsche Forum Elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) und das franzoesische FNFE-MPE gemeinsam ZUGFeRD 2.5 angekuendigt, das am 20. Mai 2026 veroeffentlicht wird. Die entscheidende neue Funktion: Unterstuetzung fuer Bruttorechnungen -- ein Format, das im Buchhandel, Verlagswesen und der Mineraloelbranche benoetigt wird, wo aufgeschluesselte Steuerangaben pro Positionszeile branchenueblich nicht vorgesehen sind.
Warum die Bruttorechnungs-Unterstuetzung wichtig ist
Bis ZUGFeRD 2.5 hatten Unternehmen im Verlags- und Mineraloelbereich eine Compliance-Luecke: Die bestehenden ZUGFeRD-Profile verlangten Nettorechnungsstrukturen mit zeilenweiser Steuerberechnung, die diese Branchen nicht liefern koennen. ZUGFeRD 2.5 schliesst diese Luecke und stellt sicher, dass alle deutschen Branchen konforme strukturierte E-Rechnungen vor der Ausstellungspflicht im Januar 2027 fuer Unternehmen mit mehr als EUR 800.000 Umsatz ausstellen koennen.
Profilstufen unveraendert
Die fuenf bestehenden Profilstufen bleiben erhalten: Minimum, Basic WL, Basic, EN 16931 und Extended. Nur die Profile Basic, EN 16931 und Extended erfuellen die gesetzliche deutsche B2B-Pflicht. Die Profile Minimum und Basic WL bleiben unterhalb der Konformitaetsschwelle. Unternehmen muessen pruefen, ob ihre Software mindestens das Basic-Profil unterstuetzt.
Grenzueberschreitende Interoperabilitaet mit Frankreich
Die gemeinsame deutsch-franzoesische Entwicklung von ZUGFeRD 2.5 staerkt die grenzueberschreitende Interoperabilitaet. Frankreichs E-Rechnungspflicht ab September 2026 nutzt Factur-X (die franzoesische Umsetzung von ZUGFeRD), und die gemeinsame Formatentwicklung stellt sicher, dass deutsche Unternehmen, die mit franzoesischen Partnern handeln, ein einziges Rechnungsformat fuer die inlaendische und grenzueberschreitende Compliance verwenden koennen.
